Vocalise - Lieder ohne Worte

Bild: O. Wolff
Bild: O. Wolff

30.06.2019, 19:30, Kongress am Park, Augsburg

 

Örtlicher Veranstalter:
Augsburg Konzerte

 

Presse

"Lieder ganz ohne Worte
Juri Vallentin und Philipp Heiß im Duo

 

Fast wäre es zu diesem Konzertabend gar nicht gekommen. Oboist Juri Vallentin weilte am Vorabend noch in St. Petersburg bei der Siegerehrung des Internationalen Tschaikowski-Wettbewerbs. Mit der Urkunde des sechsten Platzes im Gepäck landete er am Münchner Flughafen wenige Stunden vor seinem Auftritt am Sonntagabend im Kongress am Park. Und sein Duo mit Philipp Heiß wurde ein Highlight der Kammermusik.

Der 29-Jährige ist seit einigen Jahren Solo-Oboist beim Niedersächsischen Staatsorchester der Staatsoper Hannover und gastiert in gleicher Position beim Gewandhausorchester Leipzig und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Ein Ausnahmemusiker also, dessen Talent der internationalen Fachwelt nicht verborgen blieb.

„Vocalise – Lieder ohne Worte“ heißt Vallentins Programm, welches er zusammen mit dem Pianisten und gebürtigen Augsburger Philipp Heiß vortrug. Ein kammermusikalisches Feuerwerk, das vor allem in einem zu überzeugen wusste: Emotion. Von Romantik bis zum neoklassizistischen Stil – hier sind die beiden Musiker in ihrem Element. Die hervorragende Akustik des Konzertsaals tat ihr Übriges.

Bei der Suita op. 17 vom österreichisch-ungarischen Komponisten Pavel Haas gaben Vallentin und Heiß einen tiefen Einblick in ihr musikalisches Seelenleben – und zeigten nebenbei ihren ausdrucksstarken Facettenreichtum. Den historischen Hintergrund des jüdischen Komponisten Haas wussten die Instrumentalisten in ihrer Musik widerzuspiegeln. Der Komponist war während der NS-Zeit nach Prag geflohen. Ohne Erfolg: 1941 in Theresienstadt deportiert, 1944 in Auschwitz ermordet. Die Suita op. 17 blieb deshalb unvollendet bei drei Sätzen. Vallentin und Heiß brachten auf kultivierte Weise Schönheit in die bedrückte Stimmung, gaben der Nacktheit in der Musik eine Eleganz. Auf wilde Brutalität folgte lyrische Ratlosigkeit und letztendlich ein hoffnungsvoller, euphorischer Schluss. Das ging unter die Haut.

Bei Robert Schumanns Romanzen op. 94 und Camille Saint-Saëns Sonate op. 116 überzeugten beide Interpreten ebenfalls: Juri Vallentin mit seinem bemerkenswerten Tonansatz und Philipp Heiß in der immer wieder solistischen Begleitfunktion. Man merkt schnell, dass die beiden eine gemeinsame musikalische Sprache sprechen. Ihr Wechselspiel im Ausdruck, mal offensiv, mal defensiv, ist Hohe Kunst – und perfekt getimt. Das Besondere an Saint-Saëns Werk: Barocke und klassische Elemente sind verarbeitet, etwa die Harmoniefolge von Bachs Präludium.

Auf den verdient langen Applaus folgte als Zugabe Gabriel Faurès Clair de Lune. So schloss sich der Kreis: Das Konzert begannen Vallentin und Heiß mit der Après un Reve op. 7/1 des französischen Musik-Poeten. Bravo!"

 

(Augsburger Allgemeine, 02.07.19)


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